Karteikarten lernen mit Plan
Leitner-System und Vergessenskurve

Kampf der Vergessen

Lernen ist ein konstanter Kampf gegen das Vergessen. Wie der Psychologe Herrmann Ebbinghaus schon ca. 1885 entdeckte, verringert sich nach dem Lernen der Anteil der Anteil dessen, was "hängenbleibt", mit der Zeit.1 Seine Versuche (mit sinnlosen Silben) ergaben, dass bereits 20 Minuten nach dem Lernen nur noch 60% des Gelernten verfügbar sind und nach einem Tag bereits ca. 2/3 vergessen wurden. Die sogenannte Vergessenskurve veranschaulicht den Grad des Vergessens innerhalb einer bestimmten Zeit.

Vergessenskurve

Der Karteikasten

Um dieser Vergessenskurve entgegenzuwirken entwickelte Sebastian Leitner bereits in den 70er Jahren ein Lernsystem, das auf einem einfachen Karteikasten beruht.2 Jede Karteikarte enthält auf die Vorderseite eine Frage oder eine Vokabel (z. B. "negligent") und auf der Rückseite die Antwort oder Übersetzung ("nachlässig"), also das, was gelernt werden soll. Der Karteikasten ist dabei in verschiedene Fächer unterteilt, wodurch sich die Wiederholungen der Karteikarten organisieren lassen: Neue Karten starten in dem ersten Fach und wandern bei jeder richtigen Beantwortung in das nächste Fach:

Karteikasten-System

Bei einer falschen Antwort wird die Karteikarte wieder in das erste Fach zurückgestuft. Wie schnell eine Karte wiederholt wird, hängt davon ab, in welchem Fach sie sich befindet - je weiter sie schon vorgerückt ist, desto seltener wird sie abgefragt. Eine Karteikarte gilt als dauerhaft gelernt, wenn sie 6 mal nacheinander über einen längeren Zeitraum richtig beantwortet wurde.

Durch das systematische Wiederholen wird das "Absacken" der Vergessenskurve verhindert - die Auffrischungen sorgen dafür, dass der Lernstoff schrittweise vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis transferiert wird. Eine Lernkurve entsteht:

Vergessenskurve

Der Karteikasten ist tot!

Der Großteil der heute auf dem Markt vertretenen Karteikarten-Systeme (ob konventionell aus Pappe oder am Computer als Lernsoftware) preist das inzwischen fast 40 Jahre alte Karteikasten-System als Wunderwaffe zum Vokabeln Lernen, verschweigt aber eine Reihe von Schwächen:
  • Primitive Karteikarten: ein einfacher Text auf der Vorderseite und ein Lösungstext auf der Rückseite fördern nicht vernetztes Lernen, sondern isoliertes Datenabspeichern (dafür wurde der Karteikasten ja entwickelt!)
  • Monotone Abfrage: die Aufgabe und damit die Abfrage sieht immer genau gleich aus.
  • Keine Korrektur oder Bewertung: meist muss der Anwender sich die Antwort denken oder eintippen und dann selbst entscheiden, ob sie richtig war. Oder der Computer erkennt lediglich, ob die Antwort exakt mit der Lösung übereinstimmt.
  • Für Vokabeln ziemlich ungeeignet: Ihre Stärken haben die klassischen Karteikarten beim Auswendiglernen von "sinnlosen" Daten wie Telefonnummern. Vokabeln dagegen sollten verknüpft gelernt werden - nicht als Wortpärchen (Vokabel = Übersetzung), sondern mit Beispielen, Situationen, Bildern, Aussprache, Definitionen, Synonymen u.s.w.
  • Fehlende Motivation: Nicht nur Schüler finden stures Pauken langweilig und demotivierend. Der Karteikasten hilft aber nur, wenn er auch benutzt wird.
Um diese Schwächen zu überkommen, haben wir planet-tmx entwickelt:

Es lebe der Karteikasten!

Durch die moderne Gehirnforschung gilt als neurobiologisch erwiesen, dass eine Auffrischung des Gelernten leichter fällt als ein vollständiges Neulernen.3 Die zeitlich gestaffelte Wiederholung des Lernens ist somit als Schlüssel zum Lernerfolg anzusehen.

planet-tmx basiert im Kern auf einem Karteikastensystem, das allerdings an die Erkenntnisse der Lern- und Gehirnforschung angepasst wurde, um individuell optimale Ergebnisse zu erzielen:

  • Unnötiges „Überlernen“ wird durch eine variable Anzahl von 4-9 Fächern verhindert.
  • Jedes Lerntempo wird individuell unterstützt durch einstellbare zeitliche Abstände zwischen den Wiederholungen.
  • Die schnelle Klausurvorbereitung unterstützt der „Turbo“-Modus unabhängig vom Langzeitlernen.

Sprachen lernen mit Bildern

Aber Lernen geht ja weit über das stupide Pauken von abstrakten Daten hinaus. Nach der kognitiven Lerntheorie verbessert sich die Lernkurve durch die direkte Verknüpfung von Text und Bild oder Ton.4 Denn hierbei wird neben dem verbalen Lernen auch die bildlich-visuelle bzw. -akustische Ebene angesprochen. Deshalb unterstützt planet-tmx die Integration von Bildern, Sprache, Sound und Videos.

Biologie

Karteikarten frei gestalten

Verschiedene Lerninhalte wie Fremdsprachen, Mathematik und Biologie erfordern unterschiedliche Darstellungen und Übungsformen. Schließlich sieht ein Englischbuch ja auch anders aus als ein Biologiebuch. Bei planet-tmx lassen sich Karteikarten frei gestalten - ob mit Bildern, Tabellen oder Videos - und sind daher prinzipiell für jedes Thema geeignet. Durch die flexible Struktur der Lerneinheiten (Lektionen) können sogar komplette Kurse gebildet werden.

Grammatik

Aufgabentypen

Nach dem Psychologen Jerome Bruner, einem der Vorreiter der konstruktivistischen Lerntheorie, ist das Hauptproblem des Lernens nicht das Speichern von Informationen, sondern ihr Abrufen.5 Dies betrifft den gravierenden Unterschied zwischen gelernt und verstanden. Zum Verstehen ist es sehr hilfreich, den Lernstoff möglichst vielfältig und abwechslungsreich zu üben. Außerdem bewirkt diese Lernform eine deutlich stärkere Motivation als gleichförmiges Pauken. Zahlreiche verschiedene Aufgabentypen wie Lückentext, Satzbau, Diktat, Single Choice, Multiple Choice, Gleichungen, Bilderrätsel, Buchstabensalat etc. bieten eine ideale Basis für verknüpfendes Lernen auf dem Weg zum Verstehen.

Buchstabensalat

Vokabeltrainer

Das Erlernen einer Fremdsprache geht ebenfalls weit über reines Pauken hinaus. Vielmehr ist hier das Lernen von sprachlichen Ketten gefordert. Vokabeln werden nachweislich besser beherrscht, wenn sie nicht als Wortpaare (Vokabel-Übersetzung) gelernt werden.6 Speziell für Sprachen enthält planet-tmx einen atomaren Vokabeltrainer, der Lernen in beliebigen Sprachkombinationen (auch einsprachig) mit Bildern, Beispielsätzen, Definitionen, Synonymen, Formen, Aussprache usw. ermöglicht.

Vokabeltrainer Synonyme

Feedback

Wichtig für die Motivation und den Lernerfolg ist auch direkter Feedback beim Lernen. Bei planet-tmx sind sofortige Reaktionen ebenso selbstverständlich wie Korrekturfunktionen und Lerntipps, von der buchstabengenauen Rechtschreibkontrolle bis zum schrittweisen Lösen von Matheaufgaben.

Vokabeln Feedback

1 Hermann Ebbinghaus „Über das Gedächtnis: Untersuchungen zur experimentellen Psychologie", Neue, unveränd. und ungek. Ausgabe nach der 1. Aufl. 1885, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1992
2 Sebastian Leitner „So lernt man lernen. Der Weg zum Erfolg", Freiburg i. Br.: Herder, 1972/2003
3 Hofer, S.B. et al. "Experience leaves a lasting structural trace in cortical circuits", Nature. 2009 Jan 15; 457 (7227): 313-7
4 Scherling, Theo & Schuckall, Hans-Friedrich „Mit Bildern lernen“, München: Langenscheidt, 2000
5 Bruner, Jerome. S. „Der Akt der Entdeckung", In Neber, H., Entdeckendes Lernen, Beltz, 1981
6 Gagné, Robert Mills „Die Bedingungen des menschlichen Lernens", Schroedel Verlag GmbH; Auflage: 5., neubearb. A., 1980